Michael Heinecke
Universität Hamburg | 2025
Konzeption von Lehrvideos von Michael Heinecke ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz

Abb.: "Labor im Studiolicht". Erstellt mit Copilot.
Inhaltsverzeichnis
Als Medium zur Vermittlung von Inhalten sind Videos recht beliebt. Bei bestimmten Lernzielen kann der Einsatz von Videos Vorteile haben:
Zudem kann der Einsatz von Videos die Motivation der Lernenden steigern, vor allem bei der Einführung in ein Thema.
Es gibt jedoch auch einiges zu beachten, wenn dynamische und Audiovisuelle Medien zum Lernen erstellt werden (vgl. Mayer, 2017).
Im folgenden soll dargestellt werden, welche Arten von Lehrvideos unterschieden werden können und wie der Prozess zur Entwicklung von Lehrvideos ablaufen kann.
Zunächst sind hier ein paar Beispiele für Lehrvideos verlinkt. Sie zeigen zum einen die Bandbreite verschiedener Arten von Lehrvideos und vermitteln eine Auswahl an Gestaltungsmitteln, die für die Entwicklung von Lehrvideos genutzt werden können.
Die Links verweisen auf die externe Plattform 'youtube' von Google. Durch das Aufrufen der Links werden Daten von Ihnen an Google übermittelt.
Um instruktionale Videos, also Bewegtbilder zur Wissensvermittlung, zu kategorisieren, kann zum einen die Art des Inhalts als auch die Form der Darstellung betrachtet werden.
Folgende Formate werden wir unterscheiden:
Ein Format, welches im Hochschulkontext sicherlich am meisten genutzt wird, ist die Aufzeichnung eines Vortrags oder einer Vorlesung. Dabei kann auch eine Präsentation über Schnitte oder als Bild-neben-Bild eingeblendet werden.

Abb.: Ein Vortrag wird häufig in der Naheinstellung als sogenannter 'Talking Head' aufgezeichnet. Erstellt mit Copilot.

Abb.: Vorlesungsaufzeichnung (E-Lecture).(Heinecke, CC-by)
Die Vorlesungsaufzeichnung oder E-Lecture stellt hier die Variante mit dem geringsten Produktionsaufwand dar. Die Mitschnitte werden in der Regel nicht bearbeitet. In gut ausgestatteten Hörsälen ist manchmal schon eine Anlage zum Aufzeichnen fest verbaut, so dass kein weiteres Personal für den Mitschnitt benötigt wird.
Je nach Aufwand kann ein solcher Vortrag auch in einer Studioumgebung aufgenommen und mit Schnitten, Titel, Abspann und Einblendungen in der Postproduktion bearbeitet werden.

Abb.: Vortragsaufzeichnung vor einem Greenscreen. (Heinecke, CC-by)
Im Studio kann auch vor einem Greenscreen aufgenommen werden. Der Hintergrund kann dann beliebig gestaltet werden. In gut ausgestatteten Studios kann der Vortragende auch in einer virtuellen Umgebung dargestellt werden.
In einem Tutorial werden in der Regel praktische Fertigkeiten vermittelt. Die benötigten Schritte zur Erzielung eines konkreten Ergebnisses werden in chronologischer Reihenfolge dargestellt. Es kann sich hier um manuelle, körperliche Aktionen oder auch um die Bedienung einer Software handeln.

Abb.:. Tutorial zur Durchführung einer Agarose-Gelelektrophorese (Zieglmüller, CC-by-sa, Quelle: https://lecture2go.uni-hamburg.de/l2go/-/get/v/22517).

Abb.: Tutorial mit Screenshare. (Heinecke, CC-by).
Eine Dokumentation verfolgt das Ziel, von einem komplexen Thema einen möglichst realitätsnahen Einblick zu vermitteln. Sie zeichnet sich durch ihre sachliche, faktenbasierte Darstellung aus, die auf möglichst authentischen Quellen, Originalaufnahmen, Interviews und realen Daten basiert.

Abb.: Dokumentation eines Forschungsprojektes des FB Biologie der UHH (Quelle: https://lecture2go.uni-hamburg.de/l2go/-/get/v/69191)
Während Dokumentationen eher den Anspruch haben, ein Thema in aller Tiuefe möglichst nahe der Realität abzubilden, sind Erklärvideos gezielt auf die schnelle und intuitive Vermittlung eines Prozesses zur Erzielung eines konkreten Ziels ausgelegt. Beide Formate erfüllen zwar didaktische Funktionen, unterscheiden sich jedoch grundlegend in ihrer Herangehensweise und Ausgestaltung.

Abb.: Szenisches Video zur Teamarbeit im Praktikum (Stark, Kreitschmann, Manirjo, CC-by-sa-nc, Quelle: https://lecture2go.uni-hamburg.de/l2go/-/get/v/22729)
Bei einem Szenischen Stück wird eine Geschichte mit Darstellern erzählt. Die Personen im Bild spielen hierbei eine festgelegte Rolle. Insbesondere zur Vermittlung zwischenmenschlicher Interaktionen und Emotionen ist ein szenisches Video geeignet, da das Verhalten in der Realität nur schwer einzufangen wäre.
Animationen werden im Lehrvideo gerne eingesetzt, um abstrakte Konzepte zu vermitteln, die Realität zu vereinfachen oder nicht direkt Beobachtbares zu visualisieren.

Abb.: Animation zur Erklärung der Funktionsweise des Internets (van de Loo, CC-by-sa-nc, Quelle: https://lecture2go.uni-hamburg.de/l2go/-/get/v/21995)
Die Animationen können mit verschiedenen Techniken umgesetzt werden:
Im Journalismus werden folgende Genres bei Produktionen unterschieden:
Die verschiedenen Genres besitzen einen unterschiedlichen Blickwinkel auf ein Geschehen, ebenso ist ihr gewünschte emotionale Wirkweise unterschiedlich (emotional/subjektiv bis sachlich/objektiv).
Die Genres lassen sich auch auf Lehrvideos übertragen. Je nach angestrebten Lernziel können demnach unterschiedliche Arten von Lehrvideos gezielt Inhalte Vermitteln aber auch emotionale Beteiligung bewirken. In der folgenden Grafik werden die jeweiligen Genres diesen Eigenschaften zugeordnet.
Abb.: Ordnung der journalistischen Genres nach Wirkungsabsicht (eigene Darstellung nach Jacobs & Großpietsch, 2015).
Die Produktion eines (Lehr-)videos kann man in verschiedene Phasen mit unterschiedlichen Erzeugnissen unterteilen.
Im Folgenden werden die einzelnen Phasen genauer beschrieben. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf Entwurf per Rohskizze und Planung mit einem Drehbuch gelegt. Je genauer die Produktion, bis hin zu den Einstellungen der Kamera, geplant wurde, desto konzentrierter und effizienter kann eine Produktion durchgeführt werden.
Es hängt auch hier wieder vom gewünschten Ergebnis ab. Für eine Vortragsaufzeichnung benötigen Sie sicher kein Drehbuch, für ein Tutorial oder ein szenisches Stück ist es wichtig bis unerlässlich.
Exkurs. Bei der Veröffentlichung von eigenen Videos sollte entschieden Werden, unter welcher Lizenz die Inhalte später genutzt werden dürfen. Open Content wird meist unter eine Creative Commons Lizenz gestellt (https://creativecommons.org").
Bei der Entwicklung einer Rohskizze für ein Lehrvideo beginnt man zunächst mit der Definition der Ziele und der Zielgruppe, um den Inhalt gezielt auf die Bedürfnisse und den Wissensstand der Lernenden abzustimmen.
Anschließend wird eine passende didaktische Methode gewählt, die beispielsweise durch narrative Elemente, interaktive Komponenten oder visuelle Unterstützung das Lernen fördert. Aus den Zielen und der Methode lässt sich dann eine grobe Outline für das Video entwerfen.
Im nächsten Schritt erfolgt eine Sammlung möglicher Szenen mit Ort,Zeit, Darsteller:innen, Objekten sowie weiterer Elemente wie Grafiken oder Animationen. Hier sollte das Ziel sein, die Inhalte anschaulich, interessant und ansprechend zu präsentieren.
Insgesamt schafft die Rohskizze somit eine klare Struktur, die auf die Lernziele ausgerichtet ist und visuelle sowie didaktische Elemente sinnvoll verbindet, um ein effektives Lehrvideo zu entwickeln.
Auch wenn ein Lehrvideo in der Regel möglichst detailliert und sachlich Inhalte vermitteln soll, so ist es doch auch sinnvoll, die Betrachtenden zu fesseln und damit ihr Motivation und emotionale Verknüpfung hoch zu halten. Die Filmdramaturgie bietet hier bewährte Elemente zur Gestaltung einer Geschichte an. Diese lassen sich auch auf non-fiktionale Filmgenres wie etwa die Dokumentation übertragen.
Folgende Elemente spielen in der Dramaturgie einer Geschichte zusammen. Unter der Auflistung wurde in einer Visualisierung versucht, die Elemente der Geschichtsstruktur und die Zusammenhänge zwischen ihnen darzustellen.
Abb.: Erzählmuster (Eigene Darstellung nach Jacobs & Großpietsch, 2015)
Schon bei der Planung der Produktion sollen Sie sich Gedanken über die Gestaltung machen. Für die Entwicklung eines Drehbuchs sollte der Autor möglichst umfassend die verschiedenen Darstellungsebenen betrachten. Dies sind:

Abb.: Der Goldene Schnitt (hier goldene Spirale) kann zur Bildgestaltung und Platzierung wichtiger Bildelemente genutzt werden. Dabei kann sie auch horizontal und vertikal gespiegelt werden.
Offensichtlich ist das bewegte Bild und dessen Gestaltung zentral für die Ästhetik und Wirkung des Videos. Hier öffnet sich eine Schnittstelle zur bildenden Kunst. Dabei stehen im Film auch spezifische Gestaltungsmittel zur Verfügung. Diese sind vornehmlich:
Alle Aspekte können hier nicht detalliert behandelt werden. Zur Vertiefung kann mit diesem Skript zur Videoproduktion fortgesetzt werden: http://methodenkompetenz.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/Videoproduktion/.
Hier gibt es noch ein paar einfach erklärte Tutorials zur Bildgestaltung und mehr vom Bayrischen Ruinndfunk: https://cloud.min.uni-hamburg.de/s/HLydXixJ89i8sAR
Wenn eine Kamera etwas aufzeichnen soll, dann kann sie dies nur mit Licht tun. Genauer, es ist das Licht allein, welches das Bild ausmacht. Dabei kann man einen Ort und eine Zeit mit passender Beleuchtung wählen oder auch mit Hilfe künstlicher Lichtquellen das Licht gezielt gestalten. Auch dieses Thema kann hier nur angerissen werden. Zu Beachten wären folgende Punkte:

Abb.: Solche LED-Flächenleuchten bieten ein weiches, diffuses Licht und können sehr gut zur Ausleuchtung von Personen verwendet werden. Sie lassen sich stufenlos dimmen und häufig auch in der Lichttemperatur regeln. (Quelle: aputure.com)
Bei einer Videoproduktion sollte man den Ton besonders beachten, weil er entscheidend für die Verständlichkeit, die Atmosphäre und die emotionale Wirkung des Videos ist. Ein klarer, gut abgemischter Ton ermöglicht es den Zuschauerinnen und Zuschauern, die Inhalte ohne Ablenkung oder Missverständnisse aufzunehmen. Zudem trägt die Audioqualität wesentlich zum professionellen Eindruck bei und kann die Aufmerksamkeit steigern, während schlechte Tonqualität das Seherlebnis beeinträchtigt und das Verständnis erschweren kann. Auch die passende Auswahl von Musik, Soundeffekten und Sprachaufnahmen unterstützt die Vermittlung der Botschaft und schafft eine ansprechende, immersive Erfahrung.
Text kann im Video über zwei verschiedene Modalitäten vermittelt werden, visuell und auditiv. Da visuell zunächst das Bild im Fokus stehen sollte, ist möglichst ein Schwerpunkt auf den gesprochenen Text zu legen. Dieser kan nvon Personen im Bild oder aus dem Off erfolgen.
Der Einsatz von Storyboards spielt eine zentrale Rolle bei der Planung von Lehrvideos. Sie ermöglichen es, die inhaltliche Struktur, den Ablauf sowie die visuellen und auditiven Elemente des Lehrvideos gezielt zu planen und abzustimmen.
Durch die Visualisierung einzelner Szenen und Elemente im Storyboard können Bildaufbau und Kadrierung kommuniziert und so der Produktionsprozess effizienter gestaltet werden. Somit bildet das Storyboard eine wichtige Grundlage, um Lehrvideos nach Plan und auch gestalterisch ansprechend umzusetzen.
Storyboards werden meist mehrspaltig angelegt. In einer Spalte wird eine Skizze der Szene eingetragen. Diese enthält bei Bedarf noch Pfeile, um Bewegungsrichtungen anzuzeigen. In einer Weiteren Spalte steht der gesprochene Text. Es sind noch Spalten für Szenennummer, Regieanweisungen, Audio oder weiteres möglich.

Abb.: Prototypische Ansicht einer Szene in einem Storyboard.
Hier ist eine Vorlage zur Weiterverwendung für Storyboards zum Download hinterlegt: Storyboard.pdf
Auch bei der Entwicklung des Storyboards sollte schon beachtet werden, welche Form der Veröffentlichung geplant ist. Insbesondere bei Einsatz in der Lehre ist es möglich, Interaktionen mit dem Videomaterial anzubieten (Falke, 2009). Diese könnten beispielsweise sein:

Abb.: Dehort wir zum Set. (Erstellt mit Copilot)
Sind Rohskizze und Storyboard oder Drehbuch erstellt, kann es in die Produktionsphase gehen. Neben der Organisation der Drehtage spielt hieer die Medientechnik eine entscheidende Rolle.
Es kann hier nur eine Übersicht geben, die Themen in Tiefe würden den Rahmen sprengen. Je hochwertiger eine solche Produktion werden soll, dest eher werden auch Spezialisten für die Kamera, den Ton,, Regie oder Maske einbezogen. Am Ende ist das auch eine Frage des Budgets, welche professionelle Unterstützung geleistet werden kann.
Der Drehtag kommt näher und es müssten nun noch einige Dinge organisiert werden. Ist alles da? Sind alle wichtigen Entscheidungen getroffen? Hier ein paar Punkte, die beachtet werden sollten:
Es gibt ganz verschiedene Kameras, mit denen man Videomaterial erstellen kann. Das reicht von der Kamera des Smartphones bis zur Digital Cinema Cam.

Abb.: DSLR mit Standard Zoom-Objektiv. Mit einer DSLR können Bilder auch mit verschiedenen Optiken und geringer Tiefenschärfe gestaltet werden. (Koch, CC-by).
Für die Videografie gibt es verschiedene Objektivtypen, die jeweils unterschiedliche Bildwirkungen und Einsatzbereiche bieten:
| Objektivtyp | Typische Brennweite | Eigenschaften | Einsatzbereich |
|---|---|---|---|
| Weitwinkel | 10–35 mm | Großer Bildwinkel, betont Raumtiefe | Landschaft, Architektur, Vlogging |
| Standard | 35–70 mm | Natürliche Perspektive, wenig Verzerrung | Interviews, Alltagsszenen, Porträts |
| Tele | ab 70 mm | Enger Bildwinkel, starkes Bokeh | Sport, Wildlife, Close-Ups |
| Festbrennweite | z. B. 35 mm, 50 mm | Sehr lichtstark, hohe Bildqualität | Filmische Looks, Porträts |
| Zoomobjektiv | z. B. 24–70 mm | Flexibel, variabler Brennweitenbereich | Vielseitige Szenen, Reportagen |
| Makro | 50–100 mm | Extreme Nahaufnahmen, hohe Detailtreue | Produktvideos, Naturdetails |
Neben der Kamera bzw. dem Body und dem Objektiv gibt es noch zahlreiche Geräte und Hilfsmittel, die für die Aufnahme wichtig sind oder diese verbessern können.
Stabilisierung der Kamera
Recording und Monitoring
Power supply

Abb.: Mit einem solchen Gimbal lernt die Kamera fliegen. Alle ungewünschten Erschütterungen oder Bewegungen werden durch drei Servo-Motoren unmittelbar ausgeglichen, so dass die Kamera zu schweben scheint. (Koch, CC-by)
Grundlegende Kenntnisse zur Kamerabedienung können auch folgendem Skript entnommen werden: https://methodenkompetenz.blogs.uni-hamburg.de/tutorial-technische-grundlagen-der-videoproduktion/
Auch bei der Audiotechnik gibt es ganz verschiedene Levels an Ausstattung und Qualität. Entscheidend sind hierbei das Aufnahmegerät und das oder die Mikrofone, die eingesetzt werden.
Hier sollte zuerst betrachtet werden, welche Anschlüsse die Kamera für Audiosignale bietet.
Um das Audiosignal zu überprüfen ist es hilfreich, wenn die Kamera auch einen Kopfhörerausgang bietet. Ein geschlossener Kopfhörer dämpft die Umgebungsgeräusch und ermöglicht so ein akkurates Monitoring.

Abb.: Mit einer solchen kompakten Funkstrecke können interviews kabellos aufgenommen werden. (Koch, CC-by)
Je nach Einsatzzweck können unterschiedliche Mikrofone zum Einsatz kommen. Sie Unterscheiden sich in ihrer Empfindlichkeit und Stärke der Ausrichtung des Bereichs, der eingefangen wird (Richtcharakteristik).
Grundsätzlich kann man sagen, dass eine Schallquelle umso präsenter und isolierter klingt, je näher das Mikrofon an der Quelle Platziert ist. Mit einer starken Gerichtetheit eines "Shotgun"-Mikrofons (Richtmikrofon) kann auch auf mittlere Distanz eine Stimme noch recht nah wirken. Dieser Effekt wird im Film häufig genutzt, dabei muss ein Tonmann aber sicherstellen, dass das Mikrofon auch genau auf die Klangquelle ausgerichtet ist.
Hier eine Übersicht über Mikrofontypen, die im Videobereich eingesetzt werden können:
| Mikrofon-Typ | Richtcharakteristik | Einsatzgebiet | Platzierung |
|---|---|---|---|
| Dynamisches Mikrofon | Niere (Cardioid), Superniere | Live-Aufnahmen, Interviews, laute Schallquellen | Auf Stativ oder Handheld |
| Kondensator-Richtmikrofon | Superniere / Keule | Filmsets, Außenaufnahmen, Sprache mit Fokus | Auf Tonangel oder Kamera montiert |
| Lavalier (Ansteckmikrofon) | Kugel / Niere | Interviews, Moderationen, mobile Anwendungen | Direkt an Kleidung befestigt |
| Kondensator-Großmembran | Niere / Acht / Kugel | Voice-over Studioaufnahmen, Gesang | Auf Stativ, oft mit Popschutz |
| Grenzflächenmikrofon | Halbkugel | Konferenzen, Theater, Bühnen | Auf Tisch oder Bodenfläche |
Mikrofone können mit einem Kabel mit dem Aufnahmegerät verbunden werden. Es ist aber sehr komfortabel, wenn die Mikrofone kabellos über Funk ihr Signal übertragen. Insbesondere bei Lavaliermikrofonen ist eine Funkstrecke üblich, damit die Person sich frei bewegen kann.
Sounddesign umfasst die kreative Gestaltung aller akustischen Elemente in einer Produktion und ist entscheidend für die emotionale Wirkung.
On-site-Sound oder O-Ton bezieht sich auf den Originalton, der direkt am Drehort aufgenommen wird, um Authentizität und Atmosphäre einzufangen.
Foley ergänzt diese Aufnahmen durch nachträglich erzeugte Geräusche wie Schritte oder Bewegungen, die im Studio präzise synchronisiert werden.
Musik dient als emotionaler Verstärker und kann Spannung, Stimmung oder Rhythmus einer Szene bestimmen.
Voice-over und Off-Text sorgen für zusätzliche Informationen oder erzählerische Tiefe, indem sie unabhängig vom Bild eine klare Botschaft oder Story transportieren.
Hier noch ein paar hinweise und Aktionen, die während des Drehs eine wichtige Rolle spielen:
Hoffentlcih ist alles im Kasten. Die wertvollen Bilder sind nun auf den Speicherkarten und sollten möglichst bald auf einer Festplatte, am besten einem Raid, gesichert werden.
Neben den Aufnahmen im Set müssen ggf. auch noch Aufnahmen im Studio erfolgen. Sprechertext muss aufgezeichnet und gemixt werden. Grafik oder sogar Animationen müssen vorbereitet werden.
Dann kann es mit der Postproduktion weitergehen. Diese fängt an mit der Sichtung des Materials. Die Aufnahmen werden sortiert und gute Takes markiert. Das Material wir dann in die Schnittumgebung importiert.
Wie die Postproduktion abläuft, soll aber in einem anderen Skript beschrieben werden. Natürlich sind auch nicht alle Produktionen für die Lehre so aufwändig. Manchmal reicht es auch schon, den Anfang und das Ende des Videos festzulegen und dann das Ganze in ein Exportformat zu rendern.

Abb.: Webseite Hardwareverleih-Lehre der UHH.
Für Mitglieder der Universität Hamburg bieten wir einen Verleih für Hardware zu Einsatz i Rahmen der lehre an. Darunter sind auch hochwertige Videokameras, Audioequipment und Licht.
Link: https://hardwareverleih-lehre.uni-hamburg.de/
Falls Sie eine Beratung zur Auswahl des Equipments benötigen, melden Sie sich unter dl.min@uni-hamburg.de
Dummler, J. (2010). Das Montierte Bild - Digitales Compositing für Film und Fernsehen. Praxis Film, Band 58. Konstanz: UVK.
Falke, T. (2009) Audiovisuelle Medien in E-Learning-Szenarien. Formen der Implementierung audiovisueller Medien in E-Learning. In Apostolopoulos, N., Hoffmann, H., Mansmann, V., Schwill, A. (Hrsg.). E-Learning 2009 - Lernen im digitalen Zeitalter. Münster: Waxmann.
Jacobs, O. & Großpietsch, P. (2015). Journalismus fürs Fernsehen: Dramaturgie – Gestaltung – Genres. Wiesbaden: Springer VS.
Mayer, R. E. (2017). Using multimedia for e-learning. Journal of Computer Assisted Learning: 33/5. (403-423).
Monaco, J. (1995). Film Verstehen. Hamburg: Rohwolt.
Petrasch, T. & Zinke, J. (2012). Videofilm - Konzeption und Produktion. München: Carl Hanser.
Rolf, R. & Schulte, O.A. (2024) Video. e-teaching.org. Online: https://www.e-teaching.org/technik/aufbereitung/video